Das Beiboot mit einem Flaschenzug an Bord hieven

Hoisting the tender aboard with a tackle - easysea

Das Beiboot oder den Außenborder an Bord zu heben, ohne sich den Rücken zu ruinieren, ist eine Aufgabe für einen Flaschenzug: ein Talje-System, das die auf die Leine aufgebrachte Kraft vervielfacht, sodass aus einer von Hand unmöglich zu bewegenden Last ein geschmeidiges, kontrolliertes Hieven wird. Kurz gesagt: Sie hängen die Talje an einem hohen, stabilen Hebepunkt ein, etwa einem Heckdavit, dem ausgesteiften Baum oder einem eigenen Kran; Sie verbinden das Beiboot mit einem ausbalancierten Hebegeschirr, das es waagerecht hält; und dann holen Sie durch und lassen die Blöcke Leinenlänge gegen Kraft eintauschen. Das Prinzip ist einfach, doch es sicher und wiederholbar auszuführen, vor Anker im Schwell oder längsseits bei Querwind, hängt von drei Dingen ab: der Übersetzung der Talje, der Festigkeit und Geometrie des Hebepunkts und der Balance des Hebegeschirrs darunter. Dieser Leitfaden geht jeden dieser Punkte durch, ergänzt eine praktische Tabelle Übersetzung gegen Kraftaufwand und schließt mit den Fragen, die Fahrtensegler am häufigsten stellen, wenn sie beginnen, ihr Dinghi sauber zu bergen, statt es über den Spiegel hochzuzerren.

Warum eine Talje das richtige Werkzeug zum Heben eines Beiboots ist

Ein Beiboot ist eine sperrige Last. Selbst ein bescheidenes Festrumpfschlauchboot von zweieinhalb Metern wiegt mit Bodenbrettern, aufgeblasenem Rumpf und etwas Restwasser zwischen vierzig und achtzig Kilogramm, und ein Außenborder am Spiegel konzentriert weitere zwanzig bis vierzig Kilogramm in einer Ecke. Das freihändig hochwuchten zu wollen, führt zu einem verrenkten Rücken, einer pendelnden Last und einem Dinghi, das auf dem Weg nach oben Bordwand und Relingsstützen verkratzt. Ein Flaschenzug ändert die Rechnung grundlegend: Statt das volle Gewicht auf einmal zu halten, verteilen Sie es auf mehrere Läufer und ziehen einen längeren, sanfteren Zug. Das Ergebnis ist ein Hieven, das Sie dosieren, unterbrechen und korrigieren können, statt eines Kraftakts, den Sie entweder gewinnen oder verlieren. Ebenso wichtig: Eine Talje gibt Ihnen eine Leine, die Sie jederzeit belegen können, sodass die Last nie allein von Ihrem Griff gehalten wird.

Die Last ist schwerer, als sie aussieht

Segler unterschätzen das Gewicht des Beiboots regelmäßig, weil sie es trocken und leer am Steg beurteilen, nicht nass und beladen über dem Wasser. Regenwasser und Gischt sammeln sich in der Bilge, Sand und Grus unter den Bodenbrettern, und ein an Bord gebliebener Kraftstofftank bringt weitere Kilogramm. Hebezeug, Hebegeschirr und Aufhängepunkt müssen alle für den realen Worst-Case-Wert ausgelegt sein, nicht für das Trockengewicht aus dem Prospekt. Bei der Auslegung einer Talje ist es immer sicherer, die Last schwerer anzunehmen, als Sie denken, und eine Übersetzung mit Reserve zu wählen; ein Hieven, das sich fast zu leicht anfühlt, ist genau das, was Sie wollen, wenn das Deck arbeitet und Ihr Stand unsicher ist.

Die Talje und die Übersetzung

Eine Talje verringert die zum Heben einer Last nötige Kraft im Verhältnis zur Anzahl der Parten, also der Läufer, die den beweglichen Block tragen. Mit einer vierfachen Talje heben Sie ein Beiboot beispielsweise mit rund einem Viertel der Kraft, dafür müssen Sie die vierfache Leinenlänge durchholen. Das ist der grundlegende Handel jeder Übersetzung: Mehr Parten bedeuten weniger Kraft in den Händen, aber mehr Leine zum Durchholen und ein langsameres Heben, während weniger Parten ein schnelles Hieven ergeben, das echte Kraft verlangt. Die Anzahl der Parten ist schlicht die Zahl der Leinenabschnitte, die tatsächlich am beweglichen Block tragen, und das auf einen Blick lesen zu können, ist die nützlichste Fähigkeit beim Aufriggen jedes Hebesystems. Zur Auslegung Ihrer Talje erklärt der Artikel über die Übersetzung einer Talje, wie Sie die Parten zählen und auf die Last abstimmen.

Parten zählen und Blöcke einscheren

Um die Übersetzung einer Talje abzulesen, lassen Sie den Holepart außer Acht und zählen die Leinen, die zum beweglichen Block laufen, also zu dem, der mit der Last nach oben wandert. Zwei Leinen am beweglichen Block ergeben etwa zwei zu eins, drei ergeben drei zu eins und so weiter, mit einem kleinen Abzug für die Reibung an jeder Scheibe, über die die Leine läuft. Diese Reibung ist real und wächst mit jeder Umlenkung, weshalb sich eine sauber eingescherte sechsfache Talje auf müden, verschmutzten Scheiben kaum besser anfühlen kann als ein sauberes vierfaches System. Leichtgängige Lager, Blöcke im passenden Maß für Ihren Leinendurchmesser und ein Einscheren, bei dem sich die Parten weder kreuzen noch scheuern, machen aus einem theoretischen Vorteil einen nutzbaren. Wenn Sie bei gegebener Partenzahl die letzten Prozent Wirkungsgrad wollen, machen Low-Friction-Ringe und hochwertige Kugellagerblöcke einen messbaren Unterschied, und der Leitfaden zu den Einsatzmöglichkeiten von Low-Friction-Ringen zeigt, wo sie in einer Talje ihren Platz haben.

Übersetzung und Kraftaufwand auf einen Blick

Die folgende Tabelle zeigt den Zusammenhang zwischen der Anzahl der Parten, der Handkraft zum Halten eines repräsentativen Beiboots von sechzig Kilogramm und der Leinenlänge, die Sie pro Meter Hub durchholen müssen. Die Kräfte sind theoretisch, ohne Reibung, betrachten Sie sie also als Bestfall und rechnen Sie Reserve ein.

Parten (Läufer am beweglichen Block) Ungefähre Handkraft bei 60 kg Last Durchgeholte Leine pro Meter Hub Am besten geeignet für
2:1 ~30 kg 2 m Leichtes Dinghi, kräftige Crew, kurzer Hub
3:1 ~20 kg 3 m Typisches kleines Beiboot von Hand
4:1 ~15 kg 4 m Beladenes Beiboot, bequem für Einhandsegler
6:1 ~10 kg 6 m Schweres Beiboot oder Außenborder, langsamer Hub
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Hebepunkte und Hebegeschirr

Eine sichere Bergung hängt von zwei Dingen ab, die zusammenspielen müssen: einem starken Aufhängepunkt oben und einem ausbalancierten Hebegeschirr unten. Stimmt eines von beiden nicht, ist das ganze System kompromittiert, denn ein Flaschenzug verteilt Kräfte nur um, er erzeugt keine Festigkeit dort, wo keine ist. Der Aufhängepunkt trägt die gesamte Last plus den dynamischen Ruck, der entsteht, wenn eine Welle das Boot unter dem aufgeholten Beiboot wegsinken lässt. Er muss also wirklich strukturell tragend sein, nicht bloß praktisch gelegen. Das Hebegeschirr entscheidet unterdessen darüber, ob das Beiboot waagerecht und kontrolliert aufsteigt oder kippt, verrutscht und gegen die Bordwand schwingt. Investieren Sie Ihre Vorbereitungszeit in diese beiden Elemente, dann wird das Hieven selbst fast zur Nebensache.

Einen strukturell tragenden Hochpunkt wählen

Der Hochpunkt muss strukturell tragend sein, das heißt, er ist für die Aufnahme einer vertikalen Last konstruiert oder wurde durch geeignete Abstützung dafür hergerichtet. Typische Lösungen sind ein ordentlich abgestützter und mit Hahnepot versehener Großbaum, ein Heckdavit oder ein eigens in Deck oder Heckkorb eingebauter Starkpunkt. Der Großbaum ist ein Favorit, weil er ohnehin über Kopf liegt und nach außenbords geschwenkt werden kann. Er ist jedoch für die annähernd horizontalen Lasten eines Großsegels ausgelegt, daher braucht er einen Dirk oder ein Fall, das sein Gewicht aufnimmt, sowie eine Hahnepot, die den Zug verteilt, bevor Sie ein Beiboot daran hängen. Hängen Sie die Last niemals an etwas, das nicht dafür ausgelegt ist: Eine Relingstütze, ein Relingsdraht, ein kleines Augplättchen für einen Block oder ein klappbarer Radarmast verbiegen sich, reißen aus oder versagen ohne Vorwarnung. Führen Sie im Zweifel ein Fall vom Masttop, um die Last mitzutragen oder ganz aufzunehmen, denn dieser Weg führt in die Primärstruktur des Bootes.

Ein ausbalanciertes Hebegeschirr anschlagen

Heben Sie das Beiboot an drei oder vier Punkten an, damit es waagerecht bleibt und beim Freikommen aus dem Wasser nicht kentert. Viele Beiboote haben eigene Hebeaugen, die in den Rumpf eingelaminiert oder verschraubt sind. Nutzen Sie sie, denn sie sind so platziert, dass das Boot waagerecht bleibt, und sie sind mit tragender Struktur verbunden. Führen Sie die Stränge des Geschirrs über dem Boot in einem einzigen Ring oder Schäkel zusammen, damit der Zug symmetrisch ist, und stellen Sie die Länge der Stränge so ein, dass der Rumpf waagerecht hängt und nicht bugüber oder hecküber. Halten Sie den eingeschlossenen Winkel zwischen gegenüberliegenden Strängen vernünftig: Je größer der Winkel, desto höher die Spannung in jedem Strang. Ein zu flach gespreiztes Geschirr kann seine Anschlagpunkte weit über das tatsächliche Gewicht des Beiboots hinaus belasten. Ein kurzer Probehub wenige Zentimeter über dem Wasser zeigt Ihnen sofort, ob die Balance stimmt.

Den Schwerpunkt im Auge behalten

Wenn Sie den Außenborder separat heben, denken Sie daran: Sein Gewicht sitzt konzentriert an einer Stelle und bringt eine Last leicht aus dem Gleichgewicht. Das Gleiche gilt für einen Tank, einen Anker oder eine im Dinghy vergessene Ausrüstungstasche: Jedes verschiebt den Schwerpunkt aus der Mitte und lässt den Rumpf zur schweren Ecke hin kippen. Bevor Sie zum vollen Hub ansetzen, machen Sie sich klar, wo die Masse tatsächlich sitzt, und schlagen Sie das Geschirr so an, dass der Aufhängepunkt direkt darüber liegt. Hängt der Schwerpunkt senkrecht unter dem Block, steigt das Beiboot ruhig auf. Ist das nicht der Fall, schwingt es, bis es so hängt, meist gegen etwas, das Sie lieber verschont hätten.

Geschirr und Blöcke clever verbinden

Um Geschirr und Blöcke schnell und sicher zu verbinden, ist ein Softschäkel aus Dyneema leichter und handlicher als ein Metallschäkel, er beschädigt Gelcoat oder Eloxal nicht, wenn er gegen die Bordwand schwingt, und er kann keinen losen Bolzen in die Bilge oder ins Wasser fallen lassen. Mit einem Softschäkel lassen sich die Stränge des Geschirrs auch einhändig verbinden und trennen, was zählt, wenn die andere Hand eine schwingende Last stabilisiert. Wenn Sie den Flaschenzug selbst aus modularen Blöcken aufbauen, können Sie die Übersetzung mit denselben Softschäkeln ohne Werkzeug an unterschiedliche Lasten anpassen. Als reibungsarmer Allrounder-Block, der genau für solche universellen Hebe- und Scherarbeiten passt, ist der kompakte Olli Block der natürliche Partner zum Softschäkel in einem kleinen Hebe-Set an Bord.

Außenborder: besser separat

Bei kleinen Beibooten lohnt es sich, den Außenborder abzunehmen und mit demselben Flaschenzug separat zu heben: Das Dinghy ist leichter, liegt höher im Wasser und verhält sich deutlich vorhersehbarer, sobald seine schwerste und am weitesten außermittig sitzende Masse weg ist. Ein kleiner, eigens für den Motor angeschlagener Flaschenzug am Davit oder an einer Baumhahnepot macht die Arbeit selbst einhand beherrschbar und hält den Motor in dem kritischen Moment unter voller Kontrolle, in dem er die Spiegelklemmen verlässt. Werden die beiden Lasten nacheinander gehoben, bleibt jeder Hub außerdem gut im komfortablen Bereich des Flaschenzugs, sodass Sie nie an der Grenze dessen arbeiten, was Sie halten können. Es ist etwas mehr Choreografie, aber es verwandelt einen schweren, unbalancierten Hub in zwei leichte, saubere.

Ein eigener Flaschenzug für den Motor

Halten Sie einen kurzen, eigenständigen Flaschenzug nur für den Außenborder an Bord, so dimensioniert, dass sich ein komplett ausgerüsteter Motor leicht ziehen lässt. Hängen Sie ihn an denselben Hochpunkt, den Sie für das Beiboot nutzen, fieren Sie ihn zum Spiegel ab, nehmen Sie das Gewicht des Motors auf, bevor Sie die Klemmen lösen, heben Sie ihn dann frei und schwenken ihn zu seiner Stauhalterung oder einer gepolsterten Relingshalterung. Da der Motor kompakt und steif ist, können Sie eine einfache zweisträngige Stropp-Anschlagung um den Motorkopf oder durch den Tragegriff legen, den viele Motoren besitzen, sodass der Propeller nach unten zeigt und das Gewicht ausbalanciert ist. So gehandhabt kommt selbst ein kräftiger Viertakter ohne Drama an Bord.

Das Manöver Schritt für Schritt

Sind der Flaschenzug dimensioniert, der Hochpunkt gewählt und das Geschirr verstanden, folgt der Hub selbst einer einfachen, wiederholbaren Abfolge. Arbeiten Sie sie jedes Mal bewusst durch, denn die Disziplin einer festen Routine verhindert, dass ein übereilter Hub in einer rollenden Ankerbucht in einem beschädigten Boot oder einem gequetschten Finger endet. Die folgenden Schritte setzen einen Hochpunkt, einen Flaschenzug und ein Beiboot voraus, das Sie bereits längsseits gebracht und von losem Gepäck und Wasser befreit haben.

  1. Flaschenzug anschlagen und prüfen, dass der Aufhängepunkt strukturell tragend und gut abgestützt ist, wobei ein Großbaum von seinem Dirk oder einem Fall getragen wird.
  2. Hebegeschirr an den Hebepunkten des Beiboots anschlagen, die Stränge über dem Boot in einem einzigen Schäkel zusammenführen und prüfen, dass die Last ausbalanciert bleibt.
  3. Leichte Spannung aufnehmen und Trimm sowie Winkel prüfen: Den Rumpf nur knapp aus dem Wasser heben und bestätigen, dass er waagerecht hängt, bevor Sie weitermachen.
  4. Gleichmäßig und durchgehend hieven, Hände und Finger weit von den Blöcken fernhalten und niemals eine Bucht des Holepart um eine Hand legen lassen.
  5. Die Leine auf einem Fallenstopper oder einer Klampe belegen, dann das Beiboot in seiner Stauposition sichern und eine separate Lashing anbringen, damit nicht allein der Flaschenzug es hält.

Die Bedingungen einschätzen, bevor Sie beginnen

Wählen Sie Ihren Moment. Ein Hub, der bei Flaute banal ist, wird gefährlich, wenn eine querlaufende Welle das Boot rollen lässt und an der Last ruckt. Nutzen Sie also die Leeseite, warten Sie auf eine ruhige Phase und erwägen Sie, wenn Sie vor Anker liegen, den Bug für einige Minuten in die See zu drehen. Achten Sie auch auf den Wind, denn ein leichtes Beiboot ist ein Segel, das sich in den Wind stellt und ausschwingt, sobald es das Wasser verlässt. Eine zweite Person, die eine Stabilisierungsleine zum Dinghy bedient, oder einfach eine Hand am Rumpf nimmt den größten Teil des Schwingens heraus und lässt den Hievenden sich auf den Flaschenzug konzentrieren. Es gibt keinen Preis dafür, in den fünf schlechtesten Minuten des Tages zu heben.

Leine, Fallenstopper und wo die Last landet

Das Holepart Ihres Taljensystems ist laufendes Gut wie jedes andere und verdient die gleiche Aufmerksamkeit: ein Tauwerk mit griffigem Mantel zum Handholen, der richtige Durchmesser für Ihre Blöcke und Fallenstopper und genügend Länge, um eine Winsch zu erreichen, wenn die Last im schweren Bereich liegt. Führt man das Holepart auf einen Fallenstopper oder eine Self-Tailing-Winsch, können Sie den Hub in jeder Höhe blockieren, verschnaufen und das Beiboot millimetergenau in seine Auflagen einpassen, ohne jemals das volle Gewicht in der Hand zu halten. Wenn Sie unsicher sind, welche Leine sich für eine Hebetalje am besten eignet: Der Ratgeber zur Auswahl von laufendem Gut behandelt Mantelkonstruktion, Dehnung und Durchmesser genau in den hier relevanten Begriffen. Ist das Beiboot an Bord, sichern Sie die Talje zusätzlich mit einem eigenen Lashing ab, damit ein geöffneter Stopper oder eine durchgescheuerte Leine es niemals freigeben kann.

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Häufige Fragen

Wie viele Parten brauche ich, um ein Beiboot zu hieven?

Das hängt vom Gewicht des Beiboots und vom Aufhängepunkt ab, doch die praxisnahe Antwort lautet für die meisten Fahrtenbeiboote: eine drei- oder vierpartige Talje, mit der eine einzelne, halbwegs fitte Person die Arbeit von Hand bewältigt. Eine dreipartige Talje passt zu einem leichten, leeren Beiboot, während vier Parten eine komfortable Reserve bieten, sobald Sie Wasser, Ausrüstung und die Reibung einrechnen, die den theoretischen Kraftgewinn immer schmälert. Schwerere Lasten, ein voll beladenes Festrumpfschlauchboot oder ein noch montierter Außenborder, verlangen mehr Parten oder die Hilfe einer Winsch für das Holepart. Im Zweifel wählen Sie den größeren Kraftgewinn: Der langsamere Hub ist ein kleiner Preis dafür, dass der Kraftaufwand gut beherrschbar bleibt, wenn das Deck unter Ihnen arbeitet.

Kann ich den Baum als Hebepunkt nutzen?

Ja, das ist eine klassische und praktische Lösung, weil der Baum bereits über Kopf sitzt und nach außenbords geschwenkt werden kann, aber er muss richtig vorbereitet werden, bevor er echtes Gewicht trägt. Stützen Sie den Baum mit dem Dirk oder einem freien Fall ab, damit sein Eigengewicht und die Last nicht allein am Lümmelbeschlag hängen, und riggen Sie eine Hahnepot, damit die Last verteilt und nicht an einem einzigen Punkt des Baums konzentriert wird. Der Baum ist für den weitgehend horizontalen Zug eines Großsegels ausgelegt, nicht für erhebliche vertikale Lasten ohne Abstützung. Ihn ohne diese Abstützung als Kran zu benutzen, riskiert ein Verbiegen des Baums oder Schäden am Lümmelbeschlag. Richtig aufgebaut ist ein abgestützter Baum mit Hahnepot jedoch ein völlig solider Hochpunkt für ein Beiboot.

Beiboot besser mit oder ohne Außenborder hieven?

Bei kleinen Beibooten ist es fast immer besser, den Außenborder abzunehmen und separat zu heben, denn das reduziert das Gesamtgewicht und ergibt eine deutlich besser ausbalancierte Last. Bleibt der Motor am Spiegel geklemmt, liegt der Schwerpunkt des Beiboots weit hinten und einseitig, der Rumpf will also mit dem Heck nach unten hängen und pendeln, und jedes Element des Systems wird stärker belastet als nötig. Beides nacheinander zu heben, hält jeden Hub leicht und vorhersehbar, und eine bescheidene Talje bewältigt damit Aufgaben, die sonst eine kräftigere Übersetzung erfordern würden. Bei größeren Beibooten mit Davits, die für das ganze Paket ausgelegt sind, kann gemeinsames Heben in Ordnung sein, doch bei kleinen Booten gilt: getrennt heben.

Wie verhindere ich, dass das Beiboot beim Hochziehen kentert?

Verwenden Sie ein Drei- oder Vierpunkt-Hebegeschirr, das den Rumpf horizontal hält, und prüfen Sie die Balance bei leichter Spannung, bevor Sie vollständig anheben. Die häufigste Ursache für ein kippendes Beiboot ist ein Geschirr an zu wenigen Punkten oder mit unterschiedlich langen Strängen, sodass der Rumpf mit dem Bug nach oben oder in Schräglage aus dem Wasser kommt und sich dann in seine Balance dreht. Führen Sie die Stränge in einem einzigen Punkt direkt über dem Schwerpunkt des Beiboots zusammen, machen Sie einen Probehub wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche und korrigieren Sie, bevor Sie durchheben. Eine stützende Hand oder eine Leine am Rumpf während des Hubs fängt das restliche Pendeln durch Wind oder die Bewegung des Schiffs ab.

Was ist der sicherste Hochpunkt, wenn mein Boot keine Davits hat?

Ohne Davits ist ein vom Masttop geführtes Fall oft die stärkste und einfachste Lösung, weil es direkt in die Primärstruktur des Bootes einleitet und vom Deck aus gespannt und kontrolliert werden kann. Schwenkt man das Groß- oder Spinnakerfall nach außenbords oder kombiniert es mit einem Baum mit Hahnepot, erhält man einen belastbaren Punkt über Kopf, ohne dauerhaftes Zubehör zu montieren. Entscheidend ist, die verlockenden, aber ungeeigneten Kandidaten zu meiden: Relingstützen, Reling, kleine Augplatten und leichte Heckbügel sind alle nicht für eine pendelnde vertikale Last gedacht. Wenn Sie das Beiboot häufig heben, lohnt es sich, einen eigenen Starkpunkt zu setzen, den ein Rigger in tragende Struktur einbinden kann.

Brauche ich wirklich einen Softschäkel statt eines Metallschäkels?

Streng genommen nicht, aber ein Dyneema-Softschäkel bringt echte Vorteile genau dort, wo ein Beiboot-Hub fummelig und exponiert ist. Er ist leicht, beschädigt also Gelcoat oder Eloxal nicht, wenn er gegen die Bordwand schwingt, und er hat keinen Bolzen, der im ungünstigsten Moment in die Bilge oder über Bord fallen kann. Er lässt sich einhändig verbinden und öffnen, was zählt, wenn die andere Hand eine pendelnde Last stabilisiert, und er ist für seine Größe und sein Gewicht sehr stark. Ein Metallschäkel erfüllt die Aufgabe auch, aber zum Verbinden der Geschirrstränge und zum Umbau einer modularen Talje ist der Softschäkel einfach bequemer und schonender für das Boot.

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